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Emotionen am Arbeitsplatz: Lästige Gefühlsduselei oder Beitrag zum Unternehmenserfolg?

Wie Sie mit Emotionen gewinnen oder verlieren können

Emotionen beeinflussen maßgeblich das menschliche Verhalten, ob wir wollen oder nicht. Sie haben großen Einfluss auf Kreativität, Engagement und Entscheidungsfreude. Führungskräften, denen es gelingt, positive Gefühle zu stärken, können mit einer höheren Leistung ihres Teams rechnen.

Emotionen Ernst nehmen, selbst wenn's absurd erscheint
Emotionen ernst nehmen - selbst wenn's absurd erscheint

Es gibt bereits einige Firmen, die versuchen, die Gefühlslage ihrer Mitarbeiter zu erfassen, sei es mit einem Smiley den man in der Range von sehr frustriert bis super happy jeden Abend am Ausgang des Unternehmens in einem System auswählen kann oder durch regelmässige Mitarbeiterbefragungen, in denen auch explizit auf die Emotionen eingegangen wird. Welche Emotionen wie gezeigt werden (dürfen), gibt sehr viel Aufschluss über die tatsächlich vorherrschende Kultur.

Man erkennt dies leicht, wenn man sich in der Mittagspause an den Empfang (potentielle Bewerber können sich ggf. auch mal vor dem Gebäude platzieren) und einfach mal Menschen beobachtet, wenn sie in die Pause gehen, wie sie andere begrüßen, wie der Energielevel ist und welche Mimik sie zeigen.

 

Kognitive vs. Emotionale Unternehmenskultur

Wenn man über Unternehmenskultur spricht, meint man im Allgemeinen die „kognitive Kultur“, also die gemeinsamen kognitiven Werte, Normen, Artefakte und Glaubenssätze, die im Firmenleitbild verankert sein sollten. Die kognitive Kultur schafft den „offiziellen“ Rahmen, wie sich Mitarbeiter zu verhalten haben, z.B. wie sie Kundenorientierung, Innovationen und Teamspirit leben. Das ist zweifelsohne entscheidend für den Unternehmenserfolg. Das ist aber nur ein Faktor, ein anderer entscheidender Teil ist die „emotionale Kultur“, also die affektiven Werte, Normen, Artefakte und Annahmen, die steuern, welche Gefühle Mitarbeiter haben (dürfen) und wie sie ausgelebt oder unterdrückt werden. Auch wenn die Gedankenwelt und die Gefühlswelt einander bedingen, so werden sie doch in unterschiedlichen Kommunikationskanälen sichtbar. Die kognitive Kultur wird meist verbal ausgedrückt, während die emotionale Kultur sich in Gesten, Mimik und Körpersprache zeigt.

 

Beispiele für den Einfluss der emotionalen Unternehmenskultur auf den Geschäftserfolg

Die Wissenschaft beschäftigt sich seit Jahren mit diesem Phänomen unter dem Begriff „affektive Revolution“. Obwohl es tatsächlich Gefühle sind, die die Arbeit und deren Ergebnisse beeinflussen, wird auf die emotionale Kultur nur in seltenen Fällen so bewusst eingegangen. Meist erhält sie gar keine Aufmerksamkeit, was die Arbeit an der kognitiven Kultur kanibalisiert. Denn Menschen reagieren sehr viel sensibler auf (unbewusst) wahrgenommene Emotionen als auf Worte, die nicht im Einklang mit dem Verhalten sind. So ist es schädlich, wenn die Firma Gesundheit und Fürsorge suggeriert (z.B. in den Branchen Gesundheit oder Versicherungen) und die Mitarbeiter gefühlskalt und gleichgültig ggü. Kollegen, Mitarbeitern und Kunden agieren. Oft stehen Kreativität und Innovation im Vordergrund (z.B. im Marketing oder in der Entwicklung) und im Hintergrund wird eine Kultur der Angst und Wut akzeptiert, z.B. Überstunden über die Belastungsgrenze hinaus aus Angst nicht als Leistungsträger wahrgenommen zu werden, selbst wenn jeder weiß dass irgendwann blinder Aktionismuss an die Stelle von Kreativität und konstruktiven Lösungen tritt. Die jüngsten Beispiele von Unternehmensnachrichten in der Presse zeigen, was passiert, wenn ein gesundes Maß an Furcht abhandengekommen ist und Menschen sich verantwortungslos verhalten. (Abgasskandal, Bankenkrise).

Beispiele für Artefakte können z.B. sein, wenn bei einer Lebensversicherung in den Gemeinschaftsräumen geraucht wird, oder wenn Manager bei einer guten Idee gleich nach der fertigen Hochglanzbroschüre fragen, ohne konkrete Hilfe bei der Ausarbeitung der Idee anzubieten.

 

Emotionale Kultur als unverzichtbarer Aspekt der gesamten Unternehmenskultur.

Es gibt mittlerweile zahlreiche Studien, die belegen, dass sich die emotionale Kultur erheblich auf die Zufriedenheit der Mitarbeiter auswirkt, z.B. auf die Zahl der Burn-Outs, der Teamproduktivität und Innovationsfähigkeit aber auch auf harte Fakten, wie Fehlzeiten und Umsatzziele. Positive Gefühle gehen mit höherer Leistungsbereitschaft, einem höheren Qualitätsniveau und einem besseren Kundenservice einher – und zwar über alle Aufgabenbereiche, Hierarchieebenen und Branchen hinweg. Negative Gefühle wie Wut, Trauer, Angst führen dagegen in der Regel zu unerwünschten Ergebnissen, mit bestimmten kurzfristigen Ausnahmen. Natürlich beeinflussen auch persönliche Faktoren, die völlig unabhängig von der Firmensituation sind, die emotionale Konstitution der Mitarbeiter. Die Frage, ob jemand gut gelaunt oder glücklich ist, ist daher zu platt. Interessanter ist es da zu fragen, welche Impulse Aufgabeninhalte, Ziele und die Kommunikation der Führungskräfte und Kollegen setzen.

 

Jeder Einzelne kann eine emotionale Kultur unterstützen

Unterschätzt man die Macht der emotionalen Kultur, bleibt sehr viel Potenzial auf der Strecke, denn Emotionen sind das was die Menschen antreibt und das Unternehmen nach vorne bringt – oder eben auch nicht.

Obwohl viele bereits die Bedeutung von Gefühlen erkannt und in der Theorie verstanden haben, ist es für viele dennoch nicht einfach, die Einbindung von Gefühlen in den betrieblichen Alltag zu meistern. Viele Manager sehen ihre Aufgabe darin, die Arbeit und das Denken der Mitarbeiter zu beeinflussen, fühlen sich aber überfordert, wenn sie verstehen und steuern sollen, wie sich ihre Mitarbeiter fühlen und wie sie ihren Emotionen Ausdruck geben sollen. Manchen erscheint es auch als irrelevant oder sogar unprofessionell; sie fühlen sich dann eher als Seelsorger in der Kuschelecke als als Leistungsträger.

In dem Führungskräfte Gefühlen nicht nur Raum geben, sondern auch sich auch dafür verantwortlich sehen, können sie die Motivation ihrer Mitarbeiter fördern.

Kennen Sie die Gefühlslage Ihrer Mitarbeiter wirklich? Erkennen Sie, wenn Ihre Mitarbeiter „gut drauf“ sind oder sie „etwas beschäftigt“? Beobachten Sie Ihr Gegenüber und nehmen Sie bewusst war, welchen Eindruck sie haben. Sprechen Sie ihr Gegenüber an, z.B. „Du bist in letzter Zeit etwas ruhiger, beschäftigt Dich etwas?“ Das stärkt nicht nur die Beziehung, sondern bringt oft auch interessante Aspekte und Verbesserungspotentiale ans Licht. Wissen Sie, was Ihre Mitarbeiter emotional brauchen und können Sie die Fragen entsprechend konstruktiv stellen? Welche Phänomene und Emotionen sind Ihnen in Ihrer Organisation aufgefallen? Ist Zynismus und Genervtsein eher an der Tagesordnung oder ist Begeisterung und reger Austausch zu sehen?

MenschWert Consulting zeigt Ihnen, wie sich die Symptome einer emotionalen Kultur offenbaren und welche Bedeutungen sie im jeweiligen Bereich haben. Wir erläutern gerne die Möglichkeiten, die es gibt, um neben der kognitiven auch eine emotionale Kultur zu entwickeln und zu pflegen, so dass Ihr Unternehmenserfolg effektiver gefördert wird.

 

 

 

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